Heimat, süße Heimat
Preußische Ansichten von Karl Oppermann: Malerei und Grafik

Eine Ausstellung des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte

05.03.2010 - 18.04.2010


Der Maler Karl Oppermann – „Preuße aus Neigung und Preußengegner aus Enttäuschung“ – wird in diesem Jahr 80. Das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte nimmt das zum Anlass für eine Präsentation ausgewählter preußischer Ansichten des Künstlers.
Gezeigt werden etwa 28 Gemälde und 20 Grafiken – aus dem Privatbesitz des Künstlers, als Leihgaben des Rundfunks Berlin-Brandenburg, der Stiftung Stadtmuseum Berlin, des Deutschen Instituts für Normung, des Museums Checkpoint Charlie und von privaten Leihgebern.

Geboren 1930 in Wernigerode im Harz fand Karl Oppermann nach dem Studium der Kunsterziehung und der freien Malerei in den 1950er Jahren seine künstlerische Heimat im Westteil Berlins. Dort gehörte er bald zu den bekannten bildenden Künstlern. Seine erste Personalausstellung hatte Oppermann 1959 in einer Berliner Galerie, weitere Ausstellungen im In- und Ausland folgten. Zwischen 1961 und seiner Berufung zum Professor für freie Malerei an der Berliner Hochschule der Künste 1971 lagen jene wichtigen Jahre, in denen sich Karl Oppermann mit der preußisch-deutschen Geschichte künstlerisch auseinander zu setzen begann, mitten im nun von der Mauer zerrissenen und noch immer vom Krieg gezeichneten Berlin.

Die Gegenwart der Ruinen des friderizianischen Berlins im Ostteil der Stadt und der Leerflächen des wilhelminischen Berlins vor seinem Atelierfenster am Bundesratufer inspirierten ihn ab 1963 zu Bildern voller Anspielungen auf die preußisch-deutsche Geschichte der alten Reichshauptstadt und auf die Realität der geteilten Nachkriegsstadt. Das Thema Preußen ließ Oppermann nicht los und zieht sich wie ein roter Faden durch verschiedene Werkphasen. Hinzu kamen ab 1968 Darstellungen der Berliner Mauer als monströses Zeugnis der Teilung Europas. Eines seiner letzten Berlin-Bilder aus diesem Themenkreis zeigt 1978 den Blick auf das Brandenburger Tor und den symbolisch mit einem großen Vorhang verhüllten Potsdamer Platz. Karl Oppermann verstand sich in diesen Jahren dennoch nicht als politischer Maler. Sein Realismus war stets an der Malerei selbst orientiert, seine Vorbilder waren ihm die Spanier, von Velasquez bis Picasso.
Karl Oppermann
Le grande et le petit prusse
2001
Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm
Foto: Karl Oppermann
Trotz der politischen Entspannung in den 1970er Jahren schritt die Ablösung von seiner alten Heimat am Harz voran, und Karl Oppermann fand auf Elba unter südlicher Sonne eine neue Heimat. In den 1980er Jahren kam er künstlerisch auf die Berlin-Bilder zurück. Er malte und zeichnete nun eher im Stile der klassischen Moderne, seine Bildaussagen blieben dabei ambivalent. Das Brandenburger Tor und der Ostberliner Paradesoldat der NVA schlugen als neue Leitmotive den Bogen zu seinen früheren „Geschichtsbildern“, zum reitenden Friedrich und zu den Soldaten mit der Pickelhaube.

Mit dem Fall der Mauer und der unerwarteten Deutschen Einheit ist ihm seine Heimat plötzlich wieder nah. In seiner Geburtsstadt am Fuße des Harzes präsentierte der Kunstverein Wernigerode 1995 erstmals eine Personalausstellung. Auf Preußen kam Karl Oppermann noch einmal 2001 zurück, als im Berlin-Brandenburgischen „Preußenjahr“ – aus seiner Sicht – eine gnadenlose Historien-Verwurstung Stadt und Land heimsuchten. Nun geriet die Umsetzung der preußischen Geschichte in „Kulturevents“ in das kritische Visier des Künstlers.
Ironie der Geschichte: auch das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte ging aus diesem Preußenjahr hervor.


Eintrittspreise
vom 05.03. bis 12.03.2010: 2 Euro
ab 13.03.: 3 Euro/ erm. 2 Euro, freitags 2 Euro, Schüler 2 Euro
Sonderpreise für Gruppen, Familien und Schulklassen
Kinder bis 6 Jahre freier Eintritt


Begleitveranstaltung zur Ausstellung
Di, 16.03.2010, 19 Uhr
Künstlergespräch
zwischen Prof. Dr. Dominik Bartmann, Stiftung Stadtmuseum Berlin, und Karl Oppermann
Beitrag: 3 Euro
Die Ausstellung ist bis 19 Uhr geöffnet.Hochschule Hochschule
 
 
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