Madonna aus Pitschen, um 1420, konserviert mit Hilfe der Deutschen, Stiftung Denkmalschutz, Zustand vor der Konservierung, Foto: Peter Knüvener
Märkische Kunst – Bilderwelt des Mittelalters


Eine Ausstellung des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Unter der Schirmherrschaft des Bischofs der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Dr. Markus Dröge und der Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann

09.09.2011 - 08.01.2012


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Ein Projekt im Ausstellungsverbund Potsdam – Berlin – Ziesar – Brandenburg an der Havel
RAUBRITTER UND SCHÖNE MADONNEN

Download: Verbundflyer "Raubritter & schöne Madonnen"

Wann war die erste Blütezeit der Mark Brandenburg? Lange vor Friedrich dem Großen! Das Mittelalter, und hier besonders das 15. Jahrhundert, war für die Mark eine Periode des Wohlstandes, der sich noch heute in den vielerorts erhaltenen mächtigen Kirchenbauten, Stadttoren und Rathäusern manifestiert. Von dieser großen Zeit künden auch zahlreiche Kunstschätze in Kirchen und Museen, die bisher jedoch noch kaum gewürdigt wurden. Das HBPG zeigt daher erstmals überhaupt eine umfassende Ausstellung zur spätmittelalterlichen Kunst in der Mark Brandenburg in der Zeit zwischen 1411 bis zur Einführung der Reformation 1539.

1411 – also vor genau 600 Jahren – war rückblickend ein schicksalhaftes Jahr für die Mark: Burggraf Friedrich VI. von Hohenzollern wurde vom König zum Verwalter des Landes eingesetzt. Damit begann die lange Herrschaft der Hohenzollern, in der zunächst eine Konsolidierung des Landes erfolgte. Der zunehmende wirtschaftliche Wohlstand äußerte sich in den großen Bauprojekten und der Stiftung von Kunstwerken. Das zog wiederum zahlreiche Künstler von außen an, die sich in der Mark niederließen und deren Werke oft bis heute erhalten blieben. Über den europäischen Wallfahrtsort Wilsnack kam es zu zahlreichen überregionalen und internationalen Beziehungen mit einem regen künstlerischen Austausch.

Relief mit den vierzehn Nothelfern,
Flügelaltar aus der Dorfkirche Trippigleben,
um 1520
Altmärkisches Museum Stendal
Foto: Markus Hilbich
Im HBPG werden Kunstwerke aus allen Landesteilen, einschließlich der heute zu Sachsen-Anhalt gehörigen Altmark und der heute polnischen Neumark versammelt. Leihgeber sind u. a. die Stiftung Stadtmuseum Berlin (ehemals Märkisches Museum), das Nationalmuseum Stettin (Muzeum Narodowe w Szczecinie), das Altmärkische Museum Stendal sowie zahlreiche weitere Museen und Kirchengemeinden.

Eigens für die Ausstellung werden mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V., des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum und der Stiftung Kirchliches Kulturerbe in Berlin-Brandenburg einzigartige Meisterwerke restauriert und erstmals in einer Ausstellung gezeigt. Außerdem werden seit dem 19. Jahrhundert zerstreute Altarfiguren aus wichtigen Kirchen wie St. Jakobi in Perleberg oder der Johanniterkomturei Tempelhof wieder zusammengeführt.

Die Ausstellung möchte die Besucher auch dafür sensibilisieren, wie sehr das wertvolle Kulturerbe vom Verfall bedroht ist. Deshalb wird ein eigener Ausstellungsbereich mit Restaurierungswerkstatt die komplizierten Techniken vorstellen und erläutern, mit denen vor mehr als 500 Jahren die fragilen Kunstwerke geschaffen wurden. Die Besucher erfahren hier, wie eine Vergoldung aufgebaut ist, worin sich Fresko- und Seccomalerei unterscheiden oder was eine Fassmalerei ist. Aber auch etwas darüber, wie es gelingt, die Kunstwerke vor dem Verfall zu schützen und für die Nachwelt zu erhalten, wer zuständig ist, wenn der Holzwurm nagt oder die Farbe blättert und warum Restaurierung und Konservierung Sache von versierten Fachleuten ist.

Für Kinder: Ein „Tanz von Figuren“ lädt zum kreativen Malen ein.

Begleitend zur Ausstellung erhält jeder Besucher ein Heft (64 S.) mit Erläuterungen zu den gezeigten Kunstwerken.
Booklet (im Auszug) zum Download ›››

Ausstellungskurator ist der Kunsthistoriker Dr. des. Peter Knüvener

 
 


Öffentliche Kuratorenführungen
Mi, 14.09.2011 und 26.10.2011, jeweils 17.30 Uhr
Sa, 12.11.2011 und 03.12.2011, jeweils 15 Uhr, mit Einblick in die Restaurierungswerkstatt

Beitrag: 5 Euro
Informationen und Anmeldung beim Besucherservice, Tel: 0331/62085-50


Zusätzliche Themenführungen mit dem Kurator
Fr, 9.12., 17 Uhr
Anna Selbdritt – die beliebteste Heilige des Spätmittelalters

Do, 15.12., 15.30 Uhr
Engel und Heilige – Himmlische Boten und Nothelfer

Do, 22.12., 15.30 Uhr
Weihnachten in der Kunst – die schönsten Weihnachtsdarstellungen schuf das Mittelalter, nicht selten in märkischen Dorfkirchen!

Fr, 6.1., 17 Uhr
Mit Brokatgewand und funkelnder Krone im Stall: Die heiligen drei Könige

Beitrag: 5 Euro
Informationen und Anmeldung beim Besucherservice, Tel: 0331/62085-50

Schauwerkstatt

Am 2., 9., 13. und 20. Dezember können Besucher der Ausstellung in der Schauwerkstatt ganztägig den Diplomrestauratoren Dörte Busch und Dirk Jacob beim Arbeiten über die Schulter schauen. Sie reinigen die wertvollen Skulpturen des Schwanebecker Altars von Verunreinigungen und Übermalungen und festigen die jahrhundertealte Holzsubstanz. Fragen der Besucher zu Techniken und Methoden der Restaurierung werden gern beantwortet.
Am 3. Dezember, um 15 Uhr, führen der Kurator Dr. Peter Knüvener und der Restaurator Thoralf Herschel durch die Ausstellung und geben Einblicke in die Restaurierungswerkstatt.

 
 

Gruppenführungen
Zusätzlich zu den öffentlichen Führungen sind – nach Voranmeldung – auch Gruppenführungen möglich.
Informationen und Anmeldung beim Führungsbüro
Tel: 0331/62085-55/ -50 | Fax: 0331/62085-59 | E-Mail: fuehrungsbuero@hbpg.de

Im Verbund mit der Ausstellung im HBPG zeigt das Museum Bischofsresidenz Burg Ziesar
die Ausstellung "Die Quitzows im Bild der märkischen Geschichte" (15. September bis 14. Dezember) und das Märkische Museum | Stadtmuseum Berlin die Ausstellung "geSchichten und beFunde | Mittelalterliche Sakralkunst neu entdeckt", eine ständige Werkausstellung zu den aktuellen Forschungsergebnissen seiner Mittelaltersammlung (ab 11. September bis auf Weiteres).

Begleitend zum Ausstellungsverbund erscheint im September das Buch Im Dialog mit Raubrittern und Schönen Madonnen. Die Mark Brandenburg im späten Mittelalter
(Herausgegeben von Clemes Bergstedt, Heinz-Dieter Heimann, Knut Kiesant, Peter Knüvener, Mario Müller und Kurt Winkler, Lukas Verlag, Berlin, 2011, ca. 400 Seiten mit ca. 300 meist farbigen Abbildungen, Festeinband 21 x 28 cm, ISBN 978-3-86732-118-1)
Preis: 30 Euro (Buchhandel), 24,95 Euro (Museumsshop)


Die Ausstellung wird gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, der ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Stiftung kirchliches Kulturerbe in Berlin-Brandenburg, der Rudolf-August Oetker Stiftung, der Stiftung Preußische Seehandlung, dem Verein Freunde des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte e.V., der Ursula Eckert-Stiftung, der Sparkasse Barnim, dem Berliner Ehepaar Bärbel und Hans G. Kloß und dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.


Plakat zur Ausstellung im HBPG
Besucheradresse
Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Kutschstall, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam

Öffnungszeiten
Di bis Do 10–17 Uhr, Fr 10–19 Uhr, Sa/So und an Feiertagen 10–18 Uhr,
Mo geschlossen

Eintrittspreise
Einzelticket: 5 Euro/erm. 3,50 Euro, freitags 3,50 Euro
Sonderpreise für Gruppen, Familien und Schulklassen,
bis 18 Jahre freier Eintritt

Informationen
Tel: 0331/62085-50, E-Mail: info@hbpg.de

Download: Verbundflyer "Raubritter & schöne Madonnen"




BEGLEITPROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG

Sa, 13.08., 8 bis 20 Uhr
Busexkursion nach Plaue, Ziesar und Buckau
Auf den Spuren von Raubrittern und Bischöfen
Kunst- und bauhistorische Führung: Markus Cante, Peter Knüvener und Dirk Schumann (alle
Berlin)
Exkursionsleitung: Wolf-Dietrich Meyer-Rath, Berlin
Abfahrt: 8 Uhr Berlin Zoologischer Garten, Löwentor / Rückkehr gegen 20 Uhr
Beitrag: 39 Euro (29 Euro ohne Mittagessen) / Leistungen: Mittagessen, Kaffeetafel und Eintritt
begrenzte Teilnehmerzahl
verbindliche, schriftliche Anmeldung bei Wolf-Dietrich Meyer-Rath, Kranzallee 3, 14055 Berlin,
Tel.: 030/30818487, E-Mail: w.d.meyer-rath@t-online.de
1414 belagerte Friedrich von Hohenzollern die für ihre Stärke gerühmte Quitzow-Burg in Plaue – das ist der Anfang vom Ende der Herrschaft der "Raubritter" über weite Teile der Mark Brandenburg. In Plaue zeugt vom Mittelalter noch die frühgotische Pfarrkirche mit ihren einzigartigen Wandgemälden eines Jüngsten Gerichts, die genau in den Jahren der beschriebenen Ereignisse entstanden sind. Wer hat sie in Auftrag gegeben? Waren es die Quitzows oder die Eroberer nach vollendeter Tat?
Zweite Station ist Ziesar. Die Burg Ziesar wurde im 15. Jahrhundert zu einer glanzvollen Residenz der Brandenburger Bischöfe ausgebaut und ist mit ihrer Kapelle ein Beispiel für eine moderne Architektur, die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts prägend für die Mark war. (Mittagessen im Burghotel Ziesar)
Im nahen Buckau hat sich in der Dorfkirche ein qualitätvoller Flügelaltar aus der damals führenden Werkstatt in der Stadt Brandenburg erhalten. Die Malereien stammen vom Maler des Brandenburger Allerheiligenaltars.
(Kaffeetafel, bei schönem Wetter im Pfarrgarten)
Eine gemeinsame Veranstaltung der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V. mit dem HBPG und dem Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark


Mi, 14.09., 17.30 Uhr
Führung durch die Ausstellung
"Märkische Kunst – Bilderwelt des Mittelalters"

mit Peter Knüvener, Kurator
Beitrag: 5 Euro
Infotelefon: 0331/62085-50


Mi, 21.09., 7 bis 19.30 Uhr
Busexkursion mit der URANIA Potsdam
Der märkische Adel. Die Quitzows in der Westprignitz
Stationen: Kuhsdorf, Eldenburg, Lenzen, Legde, Kletzke, Friesack
Exkursionsleitung: Dr. Gebhard Falk, Archivar und Historiker, Axel Blum
Abfahrt: 7 Uhr ab Potsdam, Fernbusbahnsteig am Hbf., 7.15 Uhr ab URANIA Potsdam, 7.30 Uhr ab S-Bhf. Wannsee
Ankunft: ca. 19.30 Uhr in Potsdam/Wannsee
Teilnehmerpreis: 58 Euro
Leistungen: Programm, Mittagessen, Führungen, Eintrittsgelder
Mindestteilnehmerzahl: 25 Personen
Anmeldung: URANIA "Wilhelm Foerster" Potsdam e.V., Tel. 0331/291741
E-Mail: verein@urania-potsdam.de, www.urania-potsdam.de
Das Bild einer der ältesten brandenburgischen Adelsfamilien schwankt in der Geschichte. Dabei ist die Wahrnehmung vornehmlich auf die Brüder Johann und Dietrich von Quitzow gerichtet, die um 1400 an der Spitze einheimischer Adelsgeschlechter mit grausamen Raub- und Plünderungszügen Landespolitik auf eigene Faust machten und sich schließlich gegen die Inbesitznahme der Mark durch die Hohenzollern zur Wehr setzten. Sie unterlagen schließlich der klugen politischen Strategie des neuen Landesherrn Markgraf Friedrich I. und moderner Waffentechnik. Als Gutsbesitzer blieben die Quitzows in der Prignitz bis Anfang des 19. Jahrhunderts präsent.
Besichtigungen:
Kuhsdorf: Wehrkirche mit der ältesten Darstellung eines Familienangehörigen auf einem frühgotischen Glasfenster um 1275 (Kopie)
Eldenburg: die Reste des Schlosses mit dem sog. Quitzow-Turm
Lenzen: die schon 929 erwähnte Burg, von 1385 bis 1484 mit kurzer Unterbrechung im Besitz der Quitzows, die von hier aus ihre Raubzüge unternahmen
Legde: der Gedenkstein für ein 1583 von marodierenden Söldnern ermordetes Familienglied
Kletzke: die Schlossruine und die Patronatskirche mit Grabsteinen für die um 16oo verstorbenen Gutsherren
Friesack: die Stelle der 1414 von den Hohenzollern zerstörten Quitzow-Burg


Bildhauerworkshop
Foto: Mirjam Koring, Berlin
Di, 04. bis Fr, 07.10., 10 bis 14 Uhr
Herbstferienaktion: Steinmetzworkshop für Kinder
mit Mirjam Koring, Steinmetzin und Kunsthistorikerin
Für Kinder von 8 bis 12 Jahren
Gemeinsam erkunden wir zunächst die Ausstellung und machen uns mit der mittelalterlichen Kunst, deren Formensprache und den verschiedenen Herstellungstechniken vertraut. Mit Meißel und Knüpfel, dem traditionellen Bildhauerwerkzeug, gestalten wir dann Reliefs in Sandsteinplatten.
Kosten: 35 Euro/Kind (Verpflegung bitte mitbringen)
Anmeldung erforderlich beim Besucherservice, Tel: 0331/620 85-50


Sa, 08.10., 13 bis 18 Uhr
Themennachmittag "Vom alten Handwerk lernen"
Vorträge und Workshops
Steinbildhauerei, Restaurierung, Wandmalerei, Fasstechniken, Tanz
Beitrag: Einzeltickets 3 Euro/ Tagesticket 8 Euro
Infotelefon: 0331/62085-50
Programm
13–13.30 Uhr: Einführung
Peter Knüvener, Kunsthistoriker
13.30–14 Uhr: Restaurierungswerkstatt Holzskulptur
In der eigens eingerichteten Restaurierungswerkstatt innerhalb der Ausstellung werden Techniken und Methoden vorgestellt, mit denen die Restauratoren bei der Konservierung von Holzskulpturen arbeiten. Welche Werkzeuge und Materialien kommen zum Einsatz, um die Reste der kostbaren Farbfassungen und Vergoldungen zu retten? Welche Pigmente kannte das Mittelalter und warum verändern sich manche Farben mit den Jahrhunderten?
Vortrag und Vorführung: Werner Ziems, Holzrestaurator
14–17 Uhr: Mittelalterliche Steinmetzkunst – Workshop
(Ort: historische Gewölbehalle des Kutschstalls )
Eisen, Fäustel, Knüpfel – das Basiswerkzeug von Steinmetzen und Steinbildhauern ist heute noch das selbe wie das ihrer mittelalterlichen Kollegen. Die Besucher haben Gelegenheit, die traditionelle Arbeitsweise und die Werkzeuge kennen zu lernen und auch einmal selbst auszuprobieren. Man kann sehen, wie ein Maßwerk entsteht – das für das Mittelalter typische Bauornament – und selbst an Sandsteinstücken sein Geschick im Umgang mit dem Werkzeug erproben.
Vorführung und Anleitung: Mirjam Koring, Steinmetzin und Kunsthistorikerin
14.15–16.15 Uhr: Mittelalterliche Fasstechniken – Workshop
Als besonders feines und handwerklich interessantes Detail sind an mittelalterlichen Skulpturen mitunter sog. Radierungen zu beobachten, die eine Anmutung von gemusterten Textilien haben können. Die Technik der Radierung wird anhand von Beispielen erklärt und mit anderen Fasstechniken verglichen. Als praktische Übung können kleine Tafeln und schmale Holzrahmen gefasst werden. Diese kleinen Kostbarkeiten dürfen die Teilnehmer mit nach Hause nehmen.
Vorführung und Anleitung: Dörte Busch, Restauratorin für gefasste Skulptur und Tafelbild
15–15.30 Uhr: Spätmittelalterliche Wandmalerei in der Mark Brandenburg – Einführung zu Maltechniken, Materialien, Schichtenaufbau und Malweise
Der Vortrag klärt anhand verschiedenster Beispiele darüber auf, mit welchen Materialien, in welcher Schichtenabfolge und in welcher Malweise die Künstler des 14. und 15. Jh. ihre Bilder auf den Wänden der Kirchenräume der Mark Brandenburg entstehen ließen. Dabei werden die Begriffe Secco- und Freskomalerei ebenso wie die Zusammensetzung der verwendeten Pigmente und Bindemittel angesprochen. Außerdem wird auf die Wahl besonders kostbarer oder weniger teurer Pigmente für die Bedeutung einer Raumausmalung eingegangen. Und er wendet sich der Fragestellung zu, wie es die Maler schafften, mit sparsamen malerischen Mitteln zügig und dennoch wirkungsvoll große Flächen zu gestalten.
Vortrag: Ute Joksch, Restauratorin für Wandmalerei
14.45–15.45 Uhr: Mittelalterliche Tanzstunde
(Ort: ständige Ausstellung "Land und Leute")
Was bedeutet mittelalterlicher Tanz? Etwa tanzen in Ritterrüstung und damenhaftem Schleier? Keineswegs. In der Zeit des Spätmittelalters wurde auch in Deutschland der Branle getanzt. Wie der ging, kann man erleben und selbst ausprobieren. Wer mag, kann sich im langen Rock bzw. weiten hellen Herrenhemd noch besser in die damalige Zeit hineinversetzen.
Tanzstunde mit Dieta Krüger, Kunsthistorikerin und Tänzerin
15.45–16.15 Uhr: Restaurierungswerkstatt
(Ort: Sonderausstellung im Obergeschoss des Kutschstalls)
In der Werkstatt werden Figuren des großen Flügelaltars aus Schwanebeck gefestigt und konserviert. Die Restauratoren berichten über ihre Untersuchungsergebnisse zu den Materialien, mit denen die Farbfassung geschaffen wurde.
Vortrag und Vorführung: Dirk Jacob, Restaurator
16.30–17 Uhr: Wandmalerei – auf der Spur eines böhmischen Malers
Die Restauratorin berichtet über die Fertigung der in der Ausstellung gezeigten Wandmalereikopien aus Beeskow. Wie schuf der vermutlich aus Böhmen stammende Maler seine wunderbaren Gemälde? Was macht sie so besonders?
Vortrag: Dorothee Schmidt-Breitung, Restauratorin


Mi, 19.10., 19 Uhr
Vortrag
Die Quitzows im Bild der märkischen Geschichte
Dr. Clemens Bergstedt, Museum Bischofsresidenz Burg Ziesar
beitragsfrei
Eine Veranstaltung der Studiengemeinschaft Sanssouci e.V.
Infotelefon: 0331/62085-50
Die Ausstellung ist bis 19 Uhr geöffnet.


Mi, 26.10., 17.30 Uhr
Führung durch die Ausstellung
"Märkische Kunst – Bilderwelt des Mittelalters"

mit Peter Knüvener, Kurator
Beitrag: 5 Euro
Infotelefon: 0331/62085-50


Mi, 26.10. 19 Uhr
Vortrag
Aus zwei mach eins – der Schwanebecker Altar
mit Dirk Jacob, Restaurator, und Peter Knüvener, Kunsthistoriker
Eines der Highlights der Ausstellung im HBPG ist der große Flügelaltar aus Schwanebeck. Zunächst sieht er wie ein normaler Flügelaltar aus, jedoch ist seine Geschichte verblüffend: Er wurde erst nach der Reformation aus zwei mittelalterlichen Flügelaltären zusammengesetzt. Es kann also in Brandenburg kaum von Bilderfeindlichkeit die Rede sein. Doch der Altar birgt nach wie vor zahlreiche Geheimnisse: Wer hat zum Beispiel die hebräischen Inschriften auf seiner Rückseite hinterlassen und warum?
Im Vorfeld der Ausstellung wurde der Flügelaltar aufwendig restauriert. Die originale Farbe wurde nach mehr als hundert Jahren wieder freigelegt, sodass er nun wieder im alten Glanz erstrahlt.
Beitrag: 3 Euro
Infotelefon: 0331/62085-50
Die Ausstellung ist bis 19 Uhr geöffnet.


Mi, 02.11. 19 Uhr
Modenschau mit der Kunstschule Potsdam
und Vortrag
Der Berliner Totentanz
Dr. Maria Deiters, Kunsthistorikerin, und Dr. Jan Raue, Restaurator
Die Kunstschule Potsdam möchte mit dem Projekt "Mittelalter im Kostüm" Kindern und Jugendlichen einen Einblick in die Lebenswelten des Mittelalters vermitteln. Dabei geht es nicht um detailgenaue Nachbildung von Kleidungsstücken wie Ritterrüstungen, Mönchskutten oder Burgfräulein nach Vorbildern aus der Kunstgeschichte. Vielmehr wollen die jugendlichen Teilnehmer mit verschiedenen, vor allem unkonventionellen Mitteln wie Draht, Pappmaché, Stoffresten, Folien oder alten Hüten spielerisch ihr eigenes Mittelaltertreiben umsetzen. Eine skurrile Ritterschar mit adligen Damen, buntes Spielmannsvolk, Bauern und Handwerker vermitteln eine unkonventionelle Sichtweise der jungen Kreativen auf das "Dunkle Zeitalter".
Vortrag "Der Berliner Totentanz"
Der "Berliner Totentanz" gehört zu den populärsten mittelalterlichen Werken der märkischen Kunst. Mitglieder aller Stände, vom Papst zum Küster, vom Kaiser zur "Krügerschen" (Wirtin), werden von Todesgestalten zum Tanz gebeten. Erhalten sind die mittelalterlichen teils humorvollen Beschriftungen, die den Dialog von Tod und der jeweiligen Person wiedergeben. Die in ihrer Substanz sehr gefährdete Malerei ist in jüngster Zeit wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. So wird nach Möglichkeiten gesucht, den Totentanz dauerhaft zu konservieren und zu schützen. Auch sind noch längst nicht alle Fragen zu seiner Geschichte geklärt.
Beitrag: 5 Euro
Infotelefon: 0331/62085-50
Die Ausstellung ist bis 19 Uhr geöffnet.


Mi, 09.11., 19 Uhr
Vortrag
Die Mark Brandenburg – Die unbekannte Kunstlandschaft des Spätmittelalters
Peter Knüvener, Kunsthistoriker
Um 1890 schrieb E.F.A. Münzenberger, seinerzeit einer der führenden Kenner der altdeutschen Flügelaltäre: "Im Nachfolgenden möchten wir nun einen Beitrag zur Kenntnis der alten Altäre aus einer Provinz liefern, die zwar die Hauptstadt des ganzen Vaterlandes einschließt, die aber dennoch gerade in künstlerischer Beziehung viel zu wenig Beachtung gefunden hat. Wohl hat sie keine großen Maler- und Schnitzerschulen aufzuweisen, aber dennoch hat in ihr wie im ganzen übrigen Deutschland im Mittelalter ein überaus reges Kunstleben geblüht, das um so mehr unsere Aufmerksamkeit verdient, je eigenartiger und selbstständiger es sich, wie namentlich in der Architektur, so auch in der Malerei und Skulptur entwickelte."
Erst in jüngerer Zeit erfährt die mittelalterliche Kunst in Brandenburg die ihr gebührende Aufmerksamkeit. Durch systematische Untersuchungen und Erfassungen von Malereien, Skulpturen und Kunstwerken anderer Gattungen können die Einschätzungen Münzenbergers bestätigt werden: Die mittelalterliche Kunst in Brandenburg ist ungewöhnlich reichhaltig und vielfältig. In dem Vortrag werden die Hauptwerke vorgestellt.
Beitrag: 3 Euro
Die Ausstellung ist bis 19 Uhr geöffnet.


Sa, 12.11., 15 Uhr
Führung durch die Ausstellung
"Märkische Kunst – Bilderwelt des Mittelalters"

mit Einblick in die Restaurierungswerkstatt
mit Peter Knüvener, Kurator, und Thoralf Herschel, Restaurator
Beitrag: 5 Euro
Infotelefon: 0331/62085-50


Mi, 30.11., 18/19 Uhr
18 Uhr Objektvorstellung
19 Uhr Vorträge
Wir bauen auf Kultur– die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Beispiel des Landes Brandenburg
Heidi Gerber, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
"Gotteshäuser oder Museen? Die Zukunft unserer Dorfkirchen"
Bernd Janowski, Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.
Beitrag: 5 Euro
Infotelefon: 0331/62085-50
Die Ausstellung ist bis 19 Uhr geöffnet.


Sa, 03.12., 15 Uhr
Führung durch die Ausstellung
"Märkische Kunst – Bilderwelt des Mittelalters"

mit Einblick in die Restaurierungswerkstatt
mit Peter Knüvener, Kurator, und Thoralf Herschel, Restaurator
Beitrag: 5 Euro
Infotelefon: 0331/62085-50


Sa, 10.12., 10 bis 18 Uhr
Tagung
Die Mark Brandenburg im 15. Jahrhundert
Als Burggraf Friedrich VI. von Hohenzollern, der spätere Kurfürst Friedrich II., 1411 die Macht über die Mark Brandenburg übernahm, war kaum abzusehen, dass seine Dynastie über viele Jahrhunderte das Land regieren würde. Im ersten Jahrhundert ging es darum, die Herrschaft zu konsolidieren. Dazu gehörte der Ausbau von Residenzen ebenso wie die Stiftung von Klöstern und geistlichen Gemeinschaften wie dem Schwanenritterorden. In den Städten Tangermünde, aber auch Brandenburg und Berlin manifestierten sich diese Aktivitäten in großartigen Bauprojekten und hervorragenden Kunstwerken. Durch Forschungen in den letzten Jahren kann das Bild der Mark im 15. Jahrhundert als bisher verkannter Blütezeit des Landes präzisiert werden.
Download: Tagungsprogramm (PDF)
Eine Veranstaltung des HBPG in Kooperation mit der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V.
beitragsfrei
Infotelefon: 0331/62085-50


So, 08.01., 15 bis 18 Uhr
Finissage der Ausstellung "Märkische Kunst – Bilderwelt des Mittelalters"
mit Peter Knüvener, Kurator
und mittelalterliche Tanzstunde mit Dieta Krüger, Kunsthistorikerin und Tänzerin
(Ort: ständige Ausstellung "Land und Leute")
Was bedeutet mittelalterlicher Tanz? Etwa tanzen in Ritterrüstung und damenhaftem Schleier? Keineswegs. In der Zeit des Spätmittelalters wurde auch in Deutschland der Branle getanzt. Wie der ging, kann man erleben und selbst ausprobieren. Wer mag, kann sich im langen Rock bzw. weiten hellen Herrenhemd noch besser in die damalige Zeit hineinversetzen.
Beitrag: 5 Euro
Infotelefon: 0331/62085-50
 
 
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