BUNT - Der Sturm - Die Aktion
Polnische und deutsche Expressionisten

Eine Ausstellung des HBPG und des Museums der Anfänge des polnischen Staates Gnesen/Gniezno in Kooperation mit dem National Museum in Poznań
im Rahmen des Themenjahres von Kulturland Brandenburg 2011
LICHT | SPIEL | HAUS – moderne in film. kunst. baukultur.

24.06.2011 - 07.08.2011


.
Infolge des Ersten Weltkriegs und der revolutionären Umbrüche in den frühen Jahren der Weimarer Republik kam es auch zu einer politischen Radikalisierung der Künste. Der Expressionismus erfuhr seine äußerste Zuspitzung als Ausdruck gesellschaftlicher Kritik und utopischer Lebensideale. Künstlergruppen, Kunstzeitschriften und Galerien der Avantgarde formierten sich in rascher Folge und die Künstlergrafik erlebte einen Boom, ausgelöst nicht zuletzt durch die „Flucht in die Sachwerte“ während der Inflationszeit.

Titelblatt der Zeitschrift „Die Aktion“,
1918, Heft 21/22,
Sonderheft zur polnischen
Künstlergruppe Bunt,
Berlin, Privatbesitz
Die in Berlin schon vor dem Ersten Weltkrieg gegründeten Kulturzeitschriften „Der Sturm“ und „Die Aktion“ waren angetreten, avantgardistische Kunstströmungen, besonders den Expressionismus, bekannt zu machen. „Der Sturm“, ab 1910 von Herwarth Walden herausgegeben, expandierte zu einem Unternehmen mit Galerie und Verlag und wandte sich auch den internationalen Strömungen (Futurismus, Kubismus) zu. Die von Franz Pfemfert 1911 geleitete Zeitschrift „Die Aktion“ profilierte sich hingegen als Literaturzeitschrift, die politisch deutlich links ausgerichtet war. Zu den osteuropäischen Zirkeln, mit denen die deutschen Künstler im Umfeld dieser beiden Zeitschriften engen Kontakt hielten, gehörte die 1917 in Posen gegründete expressionistische Künstlergruppe „Bunt“ um Stanisław Kubicki und seine Frau Margarete Kubicka. In der „Aktion“ erschien ein „Bunt“-Sonderheft, und die Aktionsbuchhandlung veranstaltete eine Ausstellung dieser Gruppe.

In einer umfangreichen Werkauswahl von Grafiken, ergänzt um ausgewählte Gemälde und Skulpturen, zeichnet die Ausstellung erstmals dieses bislang fast vergessene Kapitel der deutsch-polnischen Kunstbeziehungen im 20. Jahrhundert nach. Viele der Leihgaben aus dem
National Museum in Poznań sowie aus weiteren polnischen Sammlungen sind zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. Sie werden ergänzt um Werke aus der Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Halle (Saale) und aus dem Lindenau-Museum Altenburg. Zusammen lassen sie den gemeinsamen Aufbruch einer europäischen expressionistischen Avantgarde um 1920 anschaulich werden.

Die Schau entstand aus Anlass des zwanzigsten Jubiläums des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages vom Juni 1991 und steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg Matthias Platzeck und des Marschalls der Wojewodschaft Großpolen Marek Woźniak.

Rudolf Bauer, Komposition, 1919,
Farbholzschnitt, 23 x 15,2 cm,
Potsdam, Privatbesitz
Kuratoren der Ausstellung sind die Kunsthistoriker Agnieszka Salamon-Radecka (für die polnischen Werke) sowie Andreas Hüneke und Susanna Köller (für die deutschen Werke).
Begleitend zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger, reich bebilderter Katalog (232 S. mit ca. 100 farbigen Abbildungen) zum Preis von 24,90 Euro (erhältlich im Museumsshop des HBPG)
Die Ausstellung wird vom 21. August bis 16. Oktober 2011 auch im Museum der Anfänge des polnischen Staates in Gniezno zu sehen sein.



Begleitprogramm
Öffentliche Führungen mit dem Kurator Andreas Hüneke
Sa, 02.07. und Sa, 30.07., jeweils 15 Uhr
Beitrag: 5 Euro
Informationen und Anmeldung beim Besucherservice
Telefon: 0331/62085-50

Vortrag
Mi, 06.07., 19 Uhr
Conrad Felixmüller und die Zeitschriftengrafik
mit Hans-Jürgen Wilke, Berlin
Beitrag: 3 Euro
Die Ausstellung ist bis 19 Uhr geöffnet.



Download Flyer (PDF, 1,2MB)



.
Besucheradresse
Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kutschstall
Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam


Öffnungszeiten
Di bis Do 10–17 Uhr
Fr 10–19 Uhr
Sa/So und an Feiertagen 10–18 Uhr
Mo geschlossen

Eintrittspreise
5 Euro/ erm. 3,50 Euro (Kombiticket mit Aufbruch in die Moderne)
freitags 3,50 Euro
Sonderpreise für Gruppen, Familien und Schulklassen, Kinder und jugendliche Einzelbesucher bis 18 Jahre freier Eintritt

Informationen
Tel: 0331/62085-50, E-Mail: info@hbpg.de
 
 
© 2018 Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gemeinnützige GmbH