Lili Henoch beim Wettkampf 1923 Foto: Privatarchiv Heinz-Martin Ehlert
Vergessene Rekorde
Jüdische LeichtathletInnen vor und nach 1933

Eine Wanderausstellung der Universität Potsdam (Professur Zeitgeschichte des Sports) und des Zentrums deutsche Sportgeschichte Berlin-Brandenburg e. V.

23.11.2012 - 06.01.2013


Die Wanderausstellung ist die Fortsetzung der Premierenausstellung vom Juni 2009, die anlässlich der Leichtathletikweltmeisterschaften im Centrum Judaicum in Berlin gastierte.

Speerwerferin Martha Jacob, 1930,
höchst wahrscheinlich in London,
Privatarchiv Hazel Shore
(Tochter von Martha Jacob)
Foto: Universität Potsdam,
Professur Zeitgeschichte des Sports
Im Mittelpunkt der Schau stehen die Biografien der drei jüdischen Ausnahmetalente Lilli Henoch (Kugelstoßen, Berliner SC), Gretel Bergmann (Hochsprung, Schild Stuttgart) sowie Martha Jacob (Speerwurf, SC Charlottenburg). Die Ausstellung erinnert an den großen Beitrag, den diese Sportlerinnen für die Entwicklung der deutschen Frauenleichtathletik geleistet haben. Sie zeigt die weitgehende Integration jüdischer Sportlerinnen und Sportler im deutschen Sport während der Weimarer Republik und erinnert an ihre Erfolge, die heute weitgehend "vergessene Rekorde” sind. Erst nach der ersten Ausstellung im Juni 2009 in Berlin erkannte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit 73-jähriger Verspätung den 1936 aufgestellten deutschen Rekord von Gretel Bergmann an.
In sechs audiovisuellen Stationen werden außerdem die Fechterin Helene Mayer, der Tennisspieler Daniel Prenn und die Fußballnationalspieler Julius Hirsch und Gottfried Fuchs vorgestellt.
Die Ausstellung zeigt an den Schicksalen dieser jüdischen Sportler exemplarisch die systematische Zerschlagung und Verfolgung jüdischen Lebens im Sport während des NS-Regimes.

"Vergessene Rekorde" wendet sich sowohl an historisch wie auch am Thema Sport Interessierte und ist vor allem für Schulklassen ab Stufe 7 eine gute Ergänzung zum Geschichtsunterricht.

Das Projekt entstand nach einer Idee von Prof. Dr. Hans Joachim Teichler und seinen Mitarbeitern der Professur Zeitgeschichte des Sports, Dr. Jutta Braun und Berno Bahro gemeinsam mit Studierenden der Universität Potsdam.

Die Ausstellung wurde gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung und die DFB-Kulturstiftung.


Begleitveranstaltungen

Sa, 01.12.2012, 15 Uhr
Ausstellungsführung
mit der Kuratorin Dr. Carina Sophia Linne
Beitrag: 5 Euro

Mi, 05.12.2012, 19 Uhr
Vortrag und Filmausschnitte
Die Olympischen Spiele 1936 in privaten Filmaufnahmen
mit einer kritischen Einführung von Prof. i. R. Dr. Hans Joachim Teichler, Universität Potsdam, Zeitgeschichte des Sports
Beitrag: 3 Euro

Mi, 19.12.2012, 19 Uhr
Vortrag
Die Gleichschaltung Potsdamer Turn- und Sportvereine 1933
Berno Bahro, Universität Potsdam, Profilbereich Bildungswissenschaften
Beitrag: 3 Euro


Flyer: Vergessene Rekorde Flyer zur Ausstellung [Download PDF (483KB)]


Besucheradresse
Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Kutschstall, Am Neuen Markt 9
14467 Potsdam

Öffnungszeiten
Di bis Do 10–17 Uhr
Fr 10–19 Uhr
Sa/So und an Feiertagen 10–18 Uhr
Mo geschlossen

Eintrittspreise
Einzelticket: 3 Euro/erm. 2 Euro
freitags 2 Euro
Sonderpreise für Gruppen, Familien und Schulklassen,
bis 18 Jahre freier Eintritt

Informationen
Tel: 0331/62085-50
E-Mail: info@hbpg.de

Gretel Bergmann stellt im Juni 1936 bei den Württembergischen Meisterschaften im Hochsprung den deutschen Rekord von 1,60 m ein.
Foto: Museum für Christen und Juden in Laupheim

 
 
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